Pressezitate

Kollektiver Schluckauf zur Nachtwanderung

Clarinet News glänzte mit „Serenade in blue – Nachtmusiken von Mozart bis Glenn Miller“ im Sendesaal

Bei aller Liebe zu Leonard Bernstein und zu Giacomo Puccini, zu George Gershwin und József Balogh kann man es doch nicht oft genug betonen: Wolfgang Amadeus Mozart hat den Siegeszug der Klarinette eingeleitet. Für das ausgewiesene Spitzenensemble Clarinet News gehört es daher zum guten Ton, dem Genie aus Salzburg in fast allen Konzerten eine Sonderstellung einzuräumen, so auch am Freitag im Sendesaal, als das Sextett „Serenade in blue – Nachtmusiken von Mozart bis Glenn Miller“ spielte.

Wobei es dem Ensemble um den einstigen Soloklarinettisten der Berliner Philharmoniker und heutigen Professor für Klarinette an der Hochschule für Künste Bremen, Marco Thomas, freilich nur am Rande um die Etikette geht. Die Programme der Clarinet News sind dramaturgische Kunstwerke, allein für Saxophone und Klarinetten in allen Tonlagen arrangierte Streifzüge durch die Musikgeschichte. Und wessen Musik eignete sich als Ausgangspunkt pfiffiger Variationen schon besser als gerade jene des vor Fantasie und melodischen Einfällen übersprudelnden Mozart?

In der „Serenade in blue“ nimmt Clarinet News seine Zuhörer mit auf eine „Klingende Nachtwanderung durch die Musikwelt“, wie sich Thomas, der das Konzert charmant moderiert, ausdrückt. Und damit das Publikum sogleich eine Vorstellung davon gewinnt, wie diese Nachtwanderung in den folgenden rund zwei Stunden verlaufen wird, verquicken die Musiker erst einmal ein Rondo Mozarts mit ein bisschen Mendelssohn, beziehen aber auch brasilianisches Liedgut aus den 30er-Jahren ein. Neben der technischen Virtuosität dieser Musiker faszinieren den Zuhörer das blinde Verständnis dieser Klarinettisten sowie ihre fast schon unverschämte Präzision im Zusammenspiel, selbst bei noch so schnellen Triolen.

Doch auch der Konzertbesucher muss schnell sein, zumindest gedanklich. Clarinet News springt nicht nur immer wieder um Jahrzehnte und Jahrhunderte vor und zurück, sondern wechselt mit den musikalischen Stilen zugleich auch immer wieder die adäquate Technik: vom schulmäßigen klassischen Ansatz über die gewollter Maßen leicht schwammige Intonation der Jazz-Klarinette bis hin zum vereinzelten stufenlosen Hochziehen der Töne à la Giora Feidman.

Mit fortschreitender Dauer des Konzerts setzt das Ensemble zudem immer stärker auf Humor, lässt die Es-Klarinette in schwindelerregender Höhe schreien und die Kontrabass-Klarinette Schiffshörner ins Gedächtnis rufen. „Vorschläge für Ihr Nachtleben“, erläutert Thomas dem Publikum schließlich, wolle Clarinet News dem geneigten Gast unterbreiten. Schon spielt das Sextett Musik von Rolf Kühn und Astor Piazzolla. Zwischendrin stoßen die Musiker mit Sektgläsern an, „tanzen“ im Sitzen und täuschen gar einen kollektiven Schluckauf vor: alles ebenso präzise im Takt wie zur Freude des Publikums.

Logisch, dass dieses wunderbare Konzert im Rahmen der Norddeutschen Klarinettentage mit Mozart endet: Clarinet News singt mit dem Publikum den vierstimmigen Kanon „Bona nox! Bist a rechta Ox“. Sicher nicht die stärkste Darbietung des Abends, wohl aber lustig.

Alexander Schnackenburg

Weser Kurier vom 08.01.2017, www.weser-kurier.de

Hervorragend gespielt

Rezension der CD "Opernboogie"

Für jeden Geschmack etwas dabei (...) die "Swing-Hummel" brummt vorbei (...) Smetanas "Verkaufte Braut" intoniert auf Bierflaschen (...) außerdem ein "Sommernachtstraum" nach Felix Mendelssohn Bartholdy, in den sich unversehens Gershwins "Rhapsody in Blue" mischt (...) eine schaurig schräge Version der "Dreigroschenoper" (...) sogar James Bond ist vertreten, ergänzt durch etwas Klezmer (...) alles witzig arrangiert und hervorragend gespielt (...) für Klarinetten- und Theaterfreunde ist die Platte ohnehin ein Genuss!

Jan Kampfeier

Neue Osnabrücker Zeitung vom 20.12.2016, www.noz.de

Spritzig-witziges Spiel

Anlässlich der Kammermusik-Matinee "Opernboogie – s(w)inging clarinets" 
am 20.12.2015 im Deutschen Nationaltheater Weimar

Ein Kaleidoskop virtuoser, brillant dargebotener Musik mit unverwüstlichem Unterhaltungscharakter – das war das Programm der Sonntagsmatinee im DNT. Das Ensemble "Clarinet News" mit Klarinetten und Saxophonen aller Art, mit Bassetthorn, Bassklarinette und sogar Kontrabassklarinette hatte einen großen Auftritt. Marco Thomas, Jan Doormann, Jaan Bossier, Sebastian Gette von Poblozki, Regine Müller und Thomas Richter, andernorts als "geschmackvolle und gewiefte Musik" bezeichnet, – dem Urteil wollen wir uns gerne anschließen – haben sich aus Lust am spritzig-witzigen Spiel zusammengeschlossen, müssen mangels originaler Literatur auf eigene Bearbeitungen und wissen dabei sehr genau, was für ihren Anspruch, für ihre musikalischen Voraussetzungen tauglich ist.

Ihre Absicht ist es, mit Musik aus klassischer Tradition wie aus praktizierter Moderne dem Publikum und sich selbst einen Kick zu verschaffen. Da kann das Tempo nicht schnell genug sein. Die Notwendigkeit zur Gestaltung farblicher Kontraste und Nuance erfordert unbedingte Hellhörigkeit. Und die Agogik des Zusammenspiels wie das minutiös abgestimmte stilistische Bewusstsein erreichen schwindelnde Höhen – kein Wunder, wir begegnen der Creme de la Creme unserer Klarinettisten.

Hans-Jürgen Thiers

Thüringische Landeszeitung vom 22.12.2015, www.tlz.de

Temperamentvoller ›Champagner-Galopp‹

Bericht vom Neujahrskonzert 2015 im Sendesaal Bremen

Der bunte Mix aus mehr oder weniger hochprozentigen "Getränken", sorgfältig zusammengestellt vom Ensemble Clarinet News für sein Neujahrskonzert mit dem bezeichnenden Motto "Champagner-Galopp", hätte in trinkbarer Form wohl sämtliche Eingeweide gehörig rebellieren lassen. Die jeweiligen musikalischen Varianten hingegen waren für die Zuhörer im restlos ausverkauften Sendesaal zweifellos ein echter Hochgenuss.

Dabei ging es rege zur Sache mit Tafelmusiken quer durch sämtliche Stilepochen, dargeboten von fünf Herren samt Dame, die als bestens ausgewogenes Klarinettensextett ihre abwechslungsreiche Programmabfolge – vom tollen Bigband-Sound beim Standard "In the Mood" bis hin zum schmelzzarten Telemann-Adagio – mit ausgefeilter Spieltechnik und musikantischer Begeisterung präsentierten. Es versteht sich nahezu von selbst, dass die Originalkompositionen durch gelungene Eigenarrangements gleich noch etwas aufgepeppt wurden, um die Familie der Klarinetteninstrumente in ihrer spezifischen tonalen Bandbreite eindrucksvoll zu Gehör zu bringen. Warum nicht einfach eine gravitätische, aus plumeau-seidigen Harmoniefolgen zusammengesetzte Pavane des 17. Jahrhunderts kombinieren mit einer munteren Klezmer (davon hätte es gerne noch mehr geben dürfen!)? Geht tatsächlich! Und machte richtig Spaß, zumal dabei die stimmführende Bassklarinette auch noch auf unterschiedlichste Weise plaudernd, giggelnd, schnarrend oder grummelnd eingesetzt wurde.

Eine temperamentvolle Suite aus Smetanas "Die Verkaufte Braut" (als eingeschobener Gag streckenweise von angeblasenen Bierflaschen begleitet) oder die Champagner-Arie aus Mozarts "Don Giovanni" gefielen mit fingerfertiger Ausführung quirlig perlender Koloraturen. Gewohnt launig moderiert von Marco Thomas, präsentierte die agile Truppe den schwungvollen Jazz-Walzer von Schostakowitsch ebenso gekonnt wie den weinselig-komatösen Zustand nach einem ausgelassenen Gelage, so wie ihn Vivaldi im Adagio aus seinem "Herbst" in Töne gesetzt hat. Ein Schuss "Geschüttelt, und nicht gerührt" (Norman/Newman) erinnerte an James Bond; die knackig scharf intonierte "Tequila" (Daniel Flores) ließ die ausgelassene Stimmung einer mexikanischen Fiesta aufkommen. Um die Kurzweil noch zu steigern, durften auch noch echte Korken knallen (per Luftpumpe!), um beim "Champagner-Galopp" von Lumbye für das passende Ambiente zu sorgen.

Gerd Klingeberg

Weser-Kurier vom 05.01.2015, www.weser-kurier.de

Die Brillanz des Ensembles: wie gewohnt frappierend.

Bericht über die Norddeutschen Klarinettentage 2014

... und so hieß es Freitagabend und Sonntagvormittag gleich doppelt "Sing sing sing – Surprise" – ein Konzert des Ensembles "Clarinet News", für das das Publikum vorab seine Wünsche aus den Highlights der vergangenen Jahre eingereicht hatte. Ein bunter Strauß kleiner Köstlichkeiten war so zusammengekommen – Klarinettistisches quer durch den Garten, wobei die Route der Weltreise (1. Teil) und der Expeditionen ins Tierreich (2. Teil) clever gewählt war. Zwar blieb kaum ein Klischee ausgespart, doch der Frontalangriff auf Effekt, Show und Spielfreude wurde so souverän und kurzweilig serviert, dass genau hier schon wieder der Witz der Darbietung lag. Die Brillanz des Ensembles: wie gewohnt frappierend.

Kerstin Klaholz

Zeitschrift ’rohrblatt – Ausgabe März 2014, www.rohrblatt.com

Sechs Top-Klarinettisten lassen Vivaldi Tango tanzen

Spritzige Neujahrsmusikreise mit „Clarinet News“ im Buthmanns Hof begeistert

Sechs Top-Klarinettisten lassen Vivaldi Tango tanzen

Fischerhude - Wenn die "Clarinet News" konzertieren, ist der Saal in der Regel ausverkauft. So auch am Neujahrstag der im Fischerhuder Buthmannshof. Die "Freunde der Kammermusik Fischerhude-Quelkhorn" hatten zu diesem musikalischen Jahresauftakt eingeladen.

Trotz Dauerregens wollte sich offenbar niemand den Auftritt von sechs der besten Klarinettisten Deutschlands entgehen lassen. Die Veranstalter mussten alle verfügbaren Stühle herbei schaffen, um dem Publikumsandrang gerecht zu werden. Wer im Saal keinen Platz mehr bekommen konnte, nahm mit einem Stuhl im Forum vorlieb.

Eine musikalische Reise vom Zuckerhut bis zu Melodien der Broadway-Musicals stand auf dem Programm. In der Tat verbarg sich hinter diesem Titel ein temperamentvoller Ohren-schmaus, den man nicht alle Tage zu hören bekommt. Marco Thomas, Jaan Bossier, Jan Doormann, Sebastian Gette von Poblozki, Regine Müller und Thomas Richter starteten mit "Brasil" tatsächlich am Zuckerhut – dort, wo die Sambarhythmen zu Hause sind.

Marco Thomas, der mit heiteren Anmerkungen über Komponisten und Ursprünge der Stücke durch den Vormittag führte, ging in seinen Anmerkungen auch auf die Großen der Musikgeschichte ein, deren Einflüsse bis nach Brasilien reichten: Bach, Vivaldi, Piazolla. Ihre Musik diente als Vorbild für modern ausgerichtete Stücke und war der Nährboden für geistreiche Arrangements mit einem ungewöhnlichen Klangspektrum.

"Vivaldi tanzt Tango" ist dem Winter in Buenos Aires gewidmet und eine Komposition, die Elemente des typischen südamerikanischen Lebensgefühls mit klassischen Akzenten verbindet. Mit langsamen, tragenden Tönen, abgewechselt von wenigen schnellen Rhythmen, traf das Lied den Geschmack jener Menschen, die den bedächtigen, unaufgeregten Tango mögen.

Heiter und beschwingt ging es zu, als Jaan Boissier "Klezmer trifft Tango" hören ließ und fröhliche Klezmerklänge die Schwermut des Tango überspielten.

Weiter führte die Neujahrs-Reise nach Mexiko. Die Musiker huldigten dem immer wieder gern gehörten Ohrwurm "Tequila", der als musikalischer Aperitif dargeboten wurde. Nach dem "Mexico Hat" war der Broadway nächste Station. Eine Begegnung mit Benny Goodman und Glenn Miller erwartete das Publikum. Dieser swingende Sound prägte die Musik der 40er und 50er Jahre. Die "Clarinet News" interpretierten große Hits der Beiden im ganz persönlichen Stil und bewiesen, dass sich mit rhythmischer Präzision, einem gehörigen Maß an Spielfreude und Können auch auf Kammermusikinstrumenten ein spritziges Konzert auf höchstem Niveau gestalten lässt.

Die Programmgestaltung schien den Publikumsgeschmack genau zu treffen. Begeisterter Applaus, auch von den Gästen, die keinen Platz mehr im Saal gefunden hatten, begleitete diesen furiosen Auftritt zum Jahresbeginn.

Kreiszeitung vom 2.1.2013, www.kreiszeitung.de

Sechs Klarinetten auf einen Schlag

Sechs Klarinetten auf einen Schlag

Bremen. Klarinettisten in Sechserformation gibt es in der Regel nicht einmal in großen Orchestern. Wohl aber bei "Clarinet News". Das Ensemble lud im restlos ausverkauften Sendesaal ein zu einer musikalischen Reise quer durch Amerika und untermalte gleich den Einzug mit brasilianischen Sambarhythmen. Humorvoll anmoderiert von Marco Thomas, präsentierte das Klarinetten-Sextett einen unterhaltsamen Querschnitt unterschiedlichster Stilrichtungen. Weil für solch eine Besetzung keine Originalliteratur vorliegt, wurden zumeist bekannte Kompositionen von Ensemblemitgliedern kreativ bearbeitet. Und dabei scheute man sich nicht, reichlich ungewohnt etwa die "Bachianas Brasileiras" von Villa-Lobos mit einem Werk Johann Sebastian Bachs zu kombinieren. Oder Vivaldis "Winter" mit Piazzolla-Tangos einzurahmen und auf diese Weise einen weiten Bogen über ein Vierteljahrtausend Musikgeschichte zu schlagen...

... Ebenfalls ein Muss auf dem Programm war das Adagio aus Mozarts Klarinettenkonzert KV 622, das mit samtig glänzender Tongebung gefiel. Dennoch liegt der Reiz der Klarinette mehr noch im Bereich Jazz, Klezmer, Swing und Bigband-Sound. Hier wurden in einigen Solopartien vielfältige, nur der Klarinette eigene Toneffekte demonstriert: vom stimmungsvoll holzigen Warmklang und dem Grummeln der riesigen Bassklarinette, vom Schnarren und Kieksen bis hin zum ekstatischen Schreien der Sopranklarinette. Ein bisschen Gershwin – mitreißend wie einst die Version des unsterblichen Benny Goodmann –, dazu Ausschnitte aus Bernsteins "West Side Story", und schließlich John Kanders "New York, New York" beendeten die muntere Programmabfolge, die von den Zuhörern mit begeistertem Beifall bedacht wurde.

Gerd Klingenberg

Weser Kurier vom 6.1.2013, www.weser-kurier.de

Tuten und Trippeln

Tuten und Trippeln

Die Klarinettentage zeigen, was in einem einzigen Instrument steckt

Bremen. Sie kann schreien wie ein angestochener Vogel, tuten wie eine Schiffshupe und trippeln wie eine Katze (siehe "Peter und der Wolf"). In ihrer heutigen Form reicht ihre Historie bis zu Mozart zurück. Seit jeher ist sie ein beliebtes Instrument im klassischen Konzertsaal, bei Jazz-Konzerten, im Klezmer und in der Neuen Musik: die Klarinette. .....das Konzert "Clarinet Connection" des Ensembles "Clarinet News" zeigte im Sendesaal, was alles in dem Instrument stecken kann.

Sämtliche Werke, die das Ensemble darbot, hatte es zuvor eigens arrangiert: für sechs Klarinetten (von der hohen Es-Klarinette bis zur Kontrabassklarinette) sowie - bedarfsweise - das Saxophon... Die Musiker boten dem Publikum einen pfiffigen Streifzug durch die Geschichte ihres Instruments. Sie würdigten Mozart als ersten gewichtigen Förderer der Klarinette, ließen zeitgenössische Klänge ebenso einfließen wie Glenn Millers "Moonlight Serenade", etwas Klezmer und Leonard Bernsteins "West Side Story". Zudem gab es den "Rosaroten Panther" - ein Programm voller Humor, launig moderiert von Marco Thomas, künstlerischer Leiter der Klarinettentage und Ensemblemitglied in Personalunion.

Aus der Sicht weniger begabter Spieler war besonders bemerkenswert, wie sich die Könner ihres Fachs in allen Stilrichtungen gleichermaßen daheim zu fühlen scheinen. Sie trafen den blastechnisch etwas liberaleren Jazz-Sound so beschwingt wie den zuweilen etwas heiser anmutenden Klezmer-Klang. Die klassischen Spielweisen beherrschen die Musiker ohnehin im Schlaf.

Als besonderes Bonbon bot das Ensemble Peter Schickeles "Last Tango in Bayreuth", einen Schnelldurchlauf durch Wagners "Tristan und Isolde". Ungewöhnlich, das schwermütige Liebesmotiv aus der Oper mit einem Tango zu unterlegen. Es war nur einer von sehr vielen schönen Gags an diesem Abend.

Alexander Schnackenburg

Weser Kurier vom 10.1.2011, www.weser-kurier.de

Fantastische Spieltechnik

Tolles Können der Clarinet News

Amberg. Sie nennen sich Clarinet News, heißen Marco Thomas, Jan Doormann, Sebastian Gette von Poblotzki, Stefan Polster, Regine Müller und Peter Übelmesser, kommen aus Bremen, Jena, Weimar, Halle, Chemnitz und München. Sie spielen alle Arten von Klarinetten und Saxofon und waren am Sonntag zum Auftakt der sommerlichen Musiktage im Rosengarten in Amberg zu Gast.

Hier passte das Ambiente wieder einmal perfekt: voll besetzte Bankreihen vor Rosenbüschen und -bögen, romantische Illumination mit Kerzen, Fackeln und bunten Leuchtstrahlern, bestens bestückte Getränkebar und gut gelaunte Besucher. Ein Sommerabend zum Verlieben also …

In 80 Minuten um die Welt

Der Anblick der befrackten Herren und der einzigen hübschen Dame war vielversprechend. Solche Reisebegleiter kann man sich nur wünschen. Ihrer Einladung In 80 Minuten um die Welt folgte man also gerne und mit gespannter Erwartung. Gleich zum Start legten die Sechs unerschrocken los. Von Amberg in die Welt: zuerst Wagners Bayreuth, dann weiter über Böhmen nach Wien und hinein in den Orientexpress.

Die Clarinet-News-Crew spielt unbestritten in der Spitzenkategorie. Sie beeindruckte von A bis Z durch fantastische Spieltechnik und großen Farbreichtum. In ihrem Repertoire hatten sie Originalkompositionen und fantasievolle Bearbeitungen von Klassik bis zum Champagnergalopp. Sie ließen die Korken knallen und die Trillerpfeife trillern.

Mit nuancierter Gestaltung, Flexibilität, rhythmischer Präzision und einem perfekt abgestimmten Zusammenspiel, loteten sie die unterschiedlichsten Stilrichtungen aus. Von Mozart zum Mambo und vom Märchenerzähler zum Schlangenbeschwörer eilten sie im hochmodernen Musik-Transrapid. Da muss jeder Handgriff sitzen. Und natürlich zeigten sie ihre Fähigkeiten, ihre hohe Qualität und ihre Flexibilität. Die einzelnen Stücke waren ausgefeilt und hochgetunt bis ins Letzte. Harmonie der Gruppe und Spitzenleistungen des Einzelnen waren gefordert und wurden auch gebracht … Beim Zwischenstopp in Nordamerika, bei Benny Goodman, da stimmte alles. Auch das wundervoll innige Mozart Adagio B-Dur traf den Nerv in der Gefühlsregion …

Marielouise Scharf

Oberpfälzer vom 19.8.2008, www.donau.de

Ebenso samtig wie klangfarbenreich

300 Besucher bei Max-Reger-Tagen in der Werkhalle von Wilden

Pfreimd. Musik in der Fabrik: Bereits zum achten Mal haben die Weidener Max-Reger-Tage am Sonntag in einer der Werkhallen der Wilden AG gastiert und vor rund 300 Besuchern mit einem Konzert für Aufsehen gesorgt, das man in dieser Programmzusammenstellung und in dieser Qualität so schnell nicht noch einmal finden wird … Mozarts Sechs Nocturnos für drei Singstimmen und drei Bassetthörner kommt im Konzertbetrieb so gut wie nicht vor. Schade eigentlich, denn wie die locker-unbeschwerte Interpretation von Kristin Schulze und Nina Boehlke, beide Sopran, Jong Hong Kim, Bass, und dem ebenso samtig wie klangfarbenreich musizierenden Klarinettenensemble Clarinet News zeigte, sind das zwar nicht unbedingt große Meisterwerke, aber auf jeden Fall sechs überaus unterhaltsame Preziosen …

Thomas Göttinger

Mittelbayerische Zeitung vom 21.9.2006, www.donau.de

Eine außergewöhnliche Bereicherung des Mozartjahres

Samtene Klangbilder in der Fabrikhalle

Ensemble Clarinet News konzertiert mit Musikerkollegen zu Max-Reger-Tagen bei Wilden AG

Pfreimd. … 300 Besucher erlebten in der Fabrikationshalle das junge Sextett der Clarinet News mit Professor Marco Thomas. Zudem wirkten mit Festivalbegründer und -leiter Professor Kurt Seibert am Klavier, Professorin Ester van Stralen (Viola) sowie die Sopranistinnen Kristin Schulze und Nina Boehlke mit dem Bass-Sänger Jong Hong Kim.

Lohnende Entdeckungen

Kompositionen zum Festivalmotto Mozart meets Reger bestimmten das Programm und bescherten selbst Kennern lohnende Neuentdeckungen. Ihre samtweiche, geschlossene harmonische Klangwelt stellten zunächst fünf Bläser von Clarinet News beim Adagio B-Dur vor, einer Gelegenheitsarbeit, 1785 in Wien der Feder des frisch gebackenen Freimaurers Mozart entsprungen. Die sanfte Tenorlage der Bassetthörner, die Mozart besonders liebte, war schon hier, wie auch beim folgenden Canonic Adagio bei bester Akustik voll zu genießen … Eine außergewöhnliche Bereicherung des Mozartjahres brachten die sechs Nocturnos für drei Singstimmen und drei Bassetthörner, eine rare Besetzung, die dafür verantwortlich ist, dass diese Kostbarkeiten nie erklingen …

Große Freude und Können

Dass der in jeder Hinsicht spielfreudige Mozart sein Trio KV 498 beim Kegeln komponiert haben soll, hält sich ohne jeden Beweis hartnäckig. Sei´s drum, das fröhliche Stück bescherte das hervorragend und einfühlsam agierende Trio von Ester van Stralen, Kurt Seibert und Marco Thomas. Durchweg Freude bereitet es, den drei Dozenten der Musikhochschule Bremen bei ihrem mit Freude und großem Können ausgeführten Darbietungen zuzuhören. Der Klarinettist übernahm die pfiffige Rolle, sich einmal dem Klangbild des im Diskant funkelnden Steingraeberflügels anzupassen, und dann wieder den Streicherklang aufzunehmen. Regers Orgelwerk Benedictus konnte noch als Papstgruß verstanden werden, und erklang in der Bearbeitung für drei Klarinetten, Bassetthorn und Baßklarinette in verklärend-meditativem Tonfall und runder Geschlossenheit … Clarinet News krönten das Reger-Mozart-Konzert bei der Pfreimder Wilden AG zur Matinee hellwach mit Mozarts Serenade Es-Dur.

Anastasia Poscharsky-Ziegler

Der neue Tag vom 19.9.2006, www.oberpfalznetz.de

Beeindruckt durch einen grossen Farbreichtum

Vielfalt und Phantasie

… jedes der Mitglieder spielt mindestens drei Instrumente. Vielfalt ist Weg und Ziel zugleich. Der Zusammenklang der sechs Holzbläser ist keineswegs monochrom, sondern beeindruckt durch einen großen Farbreichtum … In ihrem Repertoire finden sich neben Originalkompositionen auch spritzige Arrangements von Jan Doormann und Marco Thomas sowie phantasievolle Bearbeitungen, welche die unterschiedlichen Klangfarben zum Leuchten bringen …

… 2005 gründete Marco Thomas die Nordeutschen Klarinettentage in Bremen. Im Rahmen des Festivals bieten die sechs Musiker Kurse für Klarinette und Klarinettenensemble an und geben selbst Konzerte, um das Rohrblattinstrument in seiner ganzen Vielfalt einem breiten Publikum zugänglich zu machen. In den Konzerten von Clarinet News kommt es nicht selten zu spontanen Improvisationen. Mit nuancierter Gestaltung, Flexibilität, rhythmischer Präzision und einem perfekt abgestimmten Zusammenspiel, kosten die sechs Klarinettisten sämtliche Stilrichtungen aus, wobei der Humor nicht zu kurz kommt!

Juliane Bally

Sonic – Magazin für Holz- und Blechblasinstrumentarium, Ausgabe 2 von März/April 2006, www.sonic.de

Ein Genuss für den Hörer, ein Höhepunkt der Klarinettentage

Ein Juwel im Rankenwerk

Mozartiade bei den Klarinettentagen

Bremen. Komponisten-Jubiläen haben neben den großen Vorzügen auch einen Nebeneffekt: die Begegnung mit Unbekanntem und Vergessenem. Denn Interpreten, die noch nicht in Selbstgenügsamkeit erstarrt sind, gehen gern auf Spurensuche und holen aus den Archiven Stücke, die dort wohl bis auf den Sankt Nimmerleinstag verstaubt wären. Auf diese Weise glückte den Veranstaltern der Norddeutschen Klarinettentage mit einer Mozartiade in der Kirche Unser Lieben Frauen ein sehr reizvolles Programm, das schließlich mit einem erlesenen Kleinod der Kammermusik, dem Klarinettenquintett A-Dur KV 581 den Gipfelpunkt erreichte. Als abgebrochene Vorstufe hierzu kann man das Allegro B-Dur für Klarinette und Streichquartett KV 516 bezeichnen, entstanden in Cosi fan tutte-Nähe und ebenso belebt von bezwingender kompositorischer Eleganz. Den Rahmen hierzu boten ein Adagio F-Dur für Klarinette und drei Bassetthörner und ein Canonic-Adagio für zwei Klarinetten und Bassetthorn, schöne, weihevolle Stücke, die an Mozarts Freimaurertum erinnerten. Noch seltener zu hören sind die Nocturnes für drei Singstimmen und drei Bassetthörner beziehungsweise zwei Klarinetten und Bassetthorn, wundersam und schmeichelnd grundierte Terzette, deren abendliche Stimmung bewiesen, daß es bei Mozart eigentlich keine Nebenprodukte gibt. Zudem fügten sich die Stimmen der Sopranistinnen Kristin Schulze und Hiroko Oike sowie des Basses Jong Hong Kim mit den feinsinnig argumentierenden Bläsern Jaan Bossier, Jan Doormann, Stefan Polster, Regine Müller und Sebastian Gette von Poblotzki zu harmonischer Fülle. Dann aber das Klarinettenquintett in einer bezaubernd intimen Interpretation! Marco Thomas und die Mitglieder der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen (die Geiger Florian Donderer und Stefan Latzko, die Bratschistin Friederike Latzko und die Cellistin Tanja Tetzlaff) behandelten das Werk, wie es einem Solitär gebührt: Tonlich von bester Qualität und in der Ausdeutung von subtilen Schattierungen und Schwingungen des Gefühls veredelt. Die Wiedergabe mit feinsinnig gezügeltem Mitteilungsdrang ließ keine Rivalität zu; reich differenzierter Klarinettenton brüderlich mit Kantilenen und Argumenten der vorbildlichen Streicher. Ein Genuss für den Hörer, ein Höhepunkt der Klarinettentage.

Weser Kurier vom 10.1.2006, www.weser-kurier.de

Ein Programm mit Ausnahmecharakter

Gute alte Bekannte im neuen Kostüm

Norddeutsche Klarinettentage starten mit Opernmelodien.

Bremen. Auch wenn sie ganz ungewöhnlich kostümiert waren, konnte man sie trotzdem unschwer erkennen. Carmen natürlich und Escamillo, die verkaufte Braut Marie, den Heiratsvermittler Ketzal wie den stotterndenden Wenzel, Mackie Messer, Maria, Tony und die Großmäuler der Gangs aus der West Side New Yorks. Die musikalische Reise durch die Welt der Oper markierte den Beginn der nun zum zweiten Male veranstalteten »Norddeutschen Klarinettentage«. Marco Thomas, Professor für Klarinette an der Bremer Hochschule für Künste, hatte wieder etliche Kollegen von führenden Positionen in mitteldeutschen Orchester an die Weser gelockt, um ein Programm mit Ausnahmecharakter anzubieten. Nun sind ja der Klarinette reiche Ausdrucks- und Gestaltungsmöglichkeiten vom Odem der Liebe bis zum virtuosen geschnatterten Parlando anheimgegeben, Vorzüge, die auch im Sechserpack (neben Thomas musizierten Jan Doormann, Sebastian Gette von Poblotzki, Regine Müller, Stefan Polster und Thomas Richter) nicht untergehen. Der Sound bleibt variabel, wenn sich die originären Klarinettenklänge mit jenen der Es-Klarinette, der Baßklarinette und dem Bassetthorn mischen. Und zudem sind die Holzbläser meist auch fähig, ein anderes Instrument zu handhaben – hier auch mal Gitarre und Tamborin. Wenn Könner an den Pulten in der recht gut besetzten Kirche Unser Lieben Frauen zusammen spielen, ist Qualität des Musizierens gesichert …

Weser Kurier vom 7.1.2006, www.weser-kurier.de

Ebenso geschmackvolle wie gewiefte Musiker

Das klingt so farbenfroh und kuschelweich

Ensemble Clarinet News spielte während der Norddeutschen Klarinettentage in der Kirche Unser Lieben Frauen.

Bremen. Zwischen herzerwärmenden Kantilenen und jodelndem Kehraus sind die Klarinettisten im Konzertbetrieb von der Klassik bis zur Gegenwart eigentlich nicht unterbeschäftigt. Erfreulich deshalb, dass sich Bläser dieser Kategorie, meist solche in herausragenden Solopositionen, damit nicht begnügen und nach zusätzlichen Möglichkeiten freundschaftlichen Musizierens trachten – zur eigenen Freude und jener der genießenden Gourmets.

Auf solche Weise entstand, von Marco Thomas, unter anderem Professor an der Bremer Hochschule der Künste, initiiert, das sechsköpfige Mitteldeutsche Klarinetten-Ensemble Clarinet News, das jetzt in der recht gut besetzten Kirche Unser Lieben Frauen die Norddeutschen Klarinettentage eröffnete.

Natürlich ist die Literatur für sechs Klarinettisten, einmal abgesehen vom wundervoll innigen Adagio B-Dur (KV 484) von Mozart, äußerst rar. Deshalb traten die Bearbeiter in Aktion, vornehmlich Marco Thomas und Jan Doormann, ebenso geschmackvolle wie gewiefte Musiker, die sehr genau wissen, wie man den Originalklang mit Farben, Verzierungen, kessen Rhythmen und spritzigen Pointen erweitern kann. Daraus entstand ein höchst animierendes, mit Clarinets in town betiteltes Hörszenario, das sich von der Ankunft der Königin von Saba (Händels Salomon) bis zum Rosaroten Panther in Mancinis Kuschelsound spannte.

Die Mitglieder der Clarinet News – neben den Genannten noch Sebastian Gette von Poblotzki, Stefan Polster, Regine Müller und Thomas Richter – geizten selbstverständlich nicht mit ihren Fähigkeiten, unschwer zu hören an der Qualität und den Farben des Klangs, an der sensiblen Phrasierung, überhaupt an der klug ausgefeilten Gestaltung und an der bezwingenden rhythmischen Perfektion.

Im Sentiment baden

Unter den Werken des Barock fesselte insbesondere Bachs Toccata und Fuge d-Moll, unverwechselbar im zugrunde liegenden Orgelklang, doch bildhaft aufgefächert in den Registerfarben und in der polyphonen Durchsicht. Strawinskys erstes Stück aus den Drei Stücken für Klarinette solo aus dem Hagre 1919 hat meditativen Charakter und schwebte (im Christopherussaal interpretiert) wie aus einer irrealen Welt heran, gefolgt von zwei Sätzen der Sonata for Clarinets in B and A von Francis Poulenc, sehr innig im folkloristischen Andante, kess virtuos im Vif. Das Petit Quatuor von Jean Francaix, gefürchtet wegen der extremen Schwierigkeiten, entzückte durch die brilliante Formulierung, das spielerische Fabulieren, den Ulk.

Im zweiten Teil konnte man nachvollziehen, wie sich George Gershwin in seinen Three Preludes mit der Tradition abplagte, wie Glenn Millers Moonlight Serenade im Klarinettenchor noch üppiger im Sentiment badete oder wie Rolf Kühn in seinen Clarinet Connections geradezu glorios die Ausdruckswechsel des Jazz sowohl eruptiv motorisch wie figurativ fließend auskostete. Der begeisterte Applaus erzwang mehrere Zugaben.

Simon Neubauer

Weser Kurier vom 10.1.2005, www.weser-kurier.de

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